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Verladung von Gefahrgütern

Im Dezember disponierten wir die Verladung von Gefahrstoffen (Distickstofftetroxid + Monomethylhydrazin) im 20’Box-Container von Hamburg nach Degrad de Cannes/franz. Guyana. Das Stauen der Waren in die Container erfolgte durch uns in Bremen. Für die Besorgung der für den Transport notwendigen Sondergenehmigungen zeichnet sich unsere eigene Gefahrgutabteilung verantwortlich.

Bei diesen Verladungen ist das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des eigenen Personals und der eingesetzten Subunternehmer von immenser Bedeutung, da alle Handgriffe sitzen müssen und immer nur ein Schritt nach dem anderen gemacht werden kann. Aussetzer führen zu Verzögerungen, die Folgekosten von 500.000 US $ p/Tag nach sich ziehen.

Für den Transport von Gefahrstoffen (Hydrazin, Klasse 8, Sekundärklassen 3 / 6.1., UN 2029) und Zubehörteilen für die Raumfahrt von Süddeutschland nach Baikonour/Kasachstan wickelten wir im Oktober 2009 den Vorlauf zum Seehafen, die seegerechte Verpackung im Container unter strikter Einhaltung der Gefahrgutvorschriften sowie die termingerechte Lieferung über See und Land zur Bahnstation in St. Petersburg/Russland ab.

Es geht aber auch anders herum. Viele sprechen von Schifffahrt verkehrt herum!

Zuletzt sollten wir aus Kourou/franz. Guyana nicht benötigte Gefahrstoffe (Ammoniak) abholen und zurück zum Hersteller nach Deutschland bringen. Das Problem war, das niemand genau wusste, wo die Behälter in Kourou stehen. Mittels unseres Partners vor Ort konnten wir die Behälter dann doch relativ schnell lokalisieren, stellten aber ein weiteres Problem fest. Die Zulassungen für die Transportbehälter waren längst abgelaufen. Man erhält zwar hierfür Sondergenehmigungen, z. B. für die Wiedervorführung beim TÜV, aber nur, wenn es leere Behälter sind. „Unsere“ Behälter waren aber noch völlig unangetastet und voll!

Wir besorgten uns Fotos der Behälter in Kourou und technische Gutachten/Beschreibungen unseres Partners in Kourou. Hiermit wurden wir beim Bundesamt für Materialforschung in Berlin vorstellig und erhielten nach einigen Monaten dann die Ausnahmegenehmigung für den einmaligen Rücktransport der vollen Behälter nach Deutschland. Knapp 12 Monate nach Auftragserhalt konnte der Kunde seine mit Ammoniak befüllten Behälter wieder in Empfang nehmen.